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GJTV 2014 // Daily Report // 4. Turniertag (Sonntag)

Yonex German Junior 2014
Finale Spannungsmomente und asiatische Badmintonkunst

Die Finals der Yonex German Junior 2014 sind Geschichte. Vier Tage maßen sich 170 U19 Spieler aus 27 Nationen im Sportforum Weißensee, rangen um  begehrte Pokale. Es waren spannende Tage, angefüllt mit schönen Begegnungen, aber auch hochklassigem Sport. Und so wurde dieses  einzigartige Turnier erneut zum aussagekräftigen Podium: Wie ist der Badminton – LeistungsstandMix weltweit und wie groß klafft die Lücke zwischen Asien und Europa?

Während das Finale 2013 noch mit, wenn auch kleiner, europäischer Beteiligung stattfand, standen 2014 nur asiatische Spielerinnen und Spieler in den Finals.

Im Mixed z.B. konnte der Yonex German Junior – Gewinner 2014 nur aus Korea kommen. In einem abwechslungsreichen hochklassigen Match hießen die Sieger Jung Ho Kim und Hee Yong Kong.

„Ich bin sehr glücklich“, strahlt Jung Ho Kim mit dem Pokal in der Hand. „Dieses Turnier hatte für mich auch großen Wert in Bezug auf die Weltmeisterschaft in Malaysia“. Und Hee Yong Kong ergänzt freudig: „Ich wollte gewinnen und nun habe ich “!

DameneinzelNational mono auch das Damenfinale mit zwei Chinesinnen. Da war alles zu sehen, was Badminton so einzigartig macht. Die Wucht knallender Angriffsschläge und die Geschmeidigkeit bollwerkartiger Verteidigung. Nach zwei Sätzen stand Jinjing Qin als Siegerin der Yonex German Junior 2014 fest.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit, das war die nicht so erfreuliche Begleiterscheinung dieses glanzvollen Finaltages. Die Ursachen? Randsportarten, wie Badminton, führen nach wie vor ein Schattendasein im Sportbusiness. Fußball, Handball, Basketball, das sind die Sportarten, die  gesellschaftspolitisches Renommée genießen, schnellen sicheren Profit auf dem Markt erlösen. Die Lösung des Problems ist eigentlich einfach: Mehr mediale Aufmerksamkeit für diesen Sport, der alle wichtigen Tugenden sportlicher Spannung in sich birgt: Schnelligkeit, Athletik, Akrobatik, Ästhetik! Sportförderung, ist das Zauberwort, und durchaus auch eine Prämisse der Politik. Die war an diesem Finaltag erfreulicherweise anwesend, mit Andreas Statzkowski, Staatssekretär in der Senatsverwaltung Inneres/Sport. Gelegenheit zu fragen, wie Politik in diesem Zusammenhang zielgenau fördern könnte! „Nun, wir machen ja, wir fördern, dies aber natürlich nicht differenziert zwischen den Sportarten. Das ist nicht unsere Aufgabe. Wenn Sie Aufmerksamkeit haben wollen, dann muss das über die Medien passieren. Zugegeben,Guipu Lin wir können Impulse setzen, natürlich. Das bedingt aber, dass Veranstalter und wir, die Politik, engere Kontakte pflegen. Ich mache Ihnen mal einen Vorschlag: Ich könnte ja im nächsten Jahr eine Pressemeldung über meinen Besuch hier herausgeben, diese noch ins Netz stellen, und versuchen, gleich den Sportsenator mitzubringen“. Die Bemerkung, dann bitte auch noch den Regierenden Bürgermeister“, quittiert Statzkowski lächelnd. „Wie diese Terminplanung aussieht, entzieht sich leider meiner Kenntnis!“ Aber richtig, so kann, oder richtiger, könnte, Politik mediales Echo befördern, ganz im Sinne von Sport, und auch Badminton.

PokalDas zelebrierten im Herreneinzel, June Wei Cheam aus Malaysia und Guipu Lin aus China – eine Wiederauflage des Halbfinals der Dutch Junior. Trotz spektakulärer Ballwechsel gelang es dem Malayen nicht, seine offene Rechnung zu begleichen. Wieder musste er sich mit 6 : 21 und 16 : 21 geschlagen geben. Glückwunsch an Guipu Lin für den zweiten Sieg bei einem internationalen Turnier innerhalb eines Monats!

Diesen erfolgreichen Coup landete die Koreanerin IMG_0763Hee Yong Kong sogar innerhalb von drei Stunden. Mit ihrer Partnerin Hye Jeong Kim errang sie, nach dem Mixed – Erfolg, nun auch noch den Sieg im Damen-Doppel. In zwei Sätzen ließen sie ihren Team – Kolleginnen Yong Joo Han und Min Ah Yoon keine Chance.

Sportliche Rechtsprechung, auch die gehört zu einem Badminton – Turnier. Es sind die Herrschaften mit scharfen Augen und speziellem Wissen über Recht und Ordnung auf einem Badmintonfeld, -  Referees oder Umpire geheißen. Einundzwanzig an der Zahl, aus acht Nationen, versahen bei Yonex German Junior 2014 ihre Dienste am Rande der Spielfelder. Eine, Anna Ovcharov aus St. Petersburg. 18 Jahre ist sie alt und die Yonex German Junior ihr erster internationaler Einsatz. „Darüber bin ich Schiedrichterecht froh“, erzählt sie lebhaft, „denn vorher war ich ja immer viel zu jung. Aber nun hat es endlich geklappt“. Anna ist in St. Petersburg zu Hause. „Dort studiere ich auch und zwar Sport-psychologie“. Heute, am Finaltag, hat Anna ihre letzten Einsätze auf dem Schiedsrichterstuhl. „Leider“, sagt sie traurig lächelnd, „es hätte noch länger dauern können, denn ich hatte hier wunderbare Tage. Sehen Sie, ich bin als Referee noch sehr jung. Und bei diesem Turnier ergaben sich für mich viele Möglichkeiten, mit erfahrenen Kollegen Gedanken über unsere Arbeit auszutauschen. So habe ich viel lernen können“. Dieser Erfahrungsaustausch könnte ja möglicherweise 2015 fortgesetzt werden. Gibt also ein Wiedersehen? „Herzlich gern, vorausgesetzt die Universität gibt mir frei“, lacht sie ihr schönes Lachen.

Schiedrichter_Gruppenbild

Herrendoppel

Das letzte Match der Yonex German Junior 2014 bestritten die koreanischen Herrendoppel Jae Hwan Kim/ Jung Ho Kim und Jong Woo Choi/ Seung Jae Seo. Drei Sätze lang konnte das Publikum noch einmal höchste asiatische Badmintonkunst bewundern, bevor Kim/Kim den letzten Ball der Yonex German Junior 2014 zum ersehnten Sieg schossen.

Siegreich, unter diesem Blickpunkt ließe sich das gesamte Turnier des Jahrgangs 2014 wertend zusammenfassen. „Ja, es war wirklich ein sportlicher Höhepunkt“, blickt Turniermanager Manfred Kehrberg zurück. „Wir hatten einmal Weltklasse – Badminton, ich würde sagen das höchste Level aller bisherigen German Junior Turniere, und zum anderen natürlich die schöne Atmosphäre. In diesem Zusammenhang sei allen fleißigen EBT Helfern gedankt, den Referees und natürlich den Sponsoren. Nur mit ihrer Hilfe war das alles möglich. Also nochmals Dank an Yonex, 2014tag5an das Land Berlin, den Landessportbund. Ich glaube sagen zu können, wir waren sehr gute Gastgeber“.

Und wenn schon Dank, dann auch an den Mann, der wiederum professionell alle Fäden dieses Turniers umsichtig in der Hand hielt: Turniermanager Manfred Kehrberg. Unter seiner Egide ist der Yonex German Junior – Geschichte ein weiteres erfolgreiches Kapitel hinzugefügt worden. Yonex German Junior 2014 ist vorbei. Willkommen Jahrgang 2015!

Ein Bericht von Peter Gütte, Layout: Anja Koszuta

GJTV 2014 // Daily Report // 3. Turniertag (Samstag)

Yonex German Juniors 2014 – das Finale ist gesetzt!

_MG_3943Am dritten, wiederum spannungsgeladenen Badminton – Tag der Yonex German Juniors  2014, ging es um die Finals. Dafür hatten sich 170 Spieler aus 27 Nationen beworben und seit Donnerstag das Sportforum Weißensee in ein internationales Badminton – Mekka verwandelt. Vor allem interessierte die Badminton – Fans, welche spielerischen Akzente europäische Spieler gegen die asiatische Konkurrenz setzen könnten und welche Rolle deutscher Badmintonsport in diesem erlesenen Spannungsfeld spielt.

Eine große Hoffung war zum Beispiel Fabian Roth. Schon im Viertelfinale hatte er mit Jun Su Lee einem asiatischen Spieler die Grenzen gezeigt. Nun stand ihm Lin Guipu, aus China, gegenüber. Würde sich Fabian ins Finale schießen können? Das war hier die Frage! Wenn, dann stünde ihm entweder June Wei Cheam aus Malaysia gegenüber oder der Hong Kong Chinese Lee C.Y. Diese beiden Herren lieferten sich auf dem Nachbarfeld ein hartnäckiges verbissenes Duell.

Doch die Spielrealität verläuft häufig anders, als hoffnungsvolle Formulierungen. Zwar glänzte Fabian Roth mit sehenswertem Spiel, konnte aber am Ende die 2-Satz-Niederlage nicht vermeiden. War das wieder der kleine Unterschied zwischen asiatischer und europäischer Spielanlage? „Das würde ich in diesem Falle gar nicht mal sagen“, wehrt Fabian Roth im Interview ab. „Zwar habe ich heute gut gespielt, aber leider nicht das, was ich eigentlich kann. Guipu Lin hatte heute einfach einen sehr guten Tag. Vor allem spielte er durchgängig konstant. Das war dann der kleine Unterschied, aber eben entscheidend, – leider“! So stehen sich im Finale Guipu Lin und June Wei Cheam gegenüber! Badminton – Kundige werden sich an das Halbfinale der Dutch Junior 2014 erinnern, in denen der sich der Malaye knapp geschlagen geben musste. Wird er morgen Revanche nehmen?

Bei den Damen kreuzten China und Singapur ihre Schläger, mit besserem Ausgang für das Land der Mitte.

Danish dynamite contra Fernost …

diese Konstellation ergab sich im Damen – Doppel. Da kämpfte ein dänisches und koreanisches Paar um den Einzug ins Finale. Die zweite Halbfinalbegegnung mit Teams aus Indonesien und Korea, also rein asiatisch. Würden die skandinavischen Spielerinnen, in diesem hochklassigen Umfeld, ins Endspiel vorstoßen können? Wenn, dann wäre das eine großartige Überraschung und scharfe Würze für die Turnieratmosphäre.

Aber nein, der dänische Sprengstoff erwies sich als nicht explosiv genug, um die Koreanerinnen Kong H.Y. und Kim H.J. ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Das vermochte auch das indonesische Damen – Doppel im zweiten Halbfinale nicht. So lautet die Finalbegegnung im Damen – Doppel: Korea contra Korea! Das ist auch die Gegebenheit im Mixed – Finale der Yonex German Junior. Zwar waren auch ein skandinavisches Duo, und mit Weißkirchen/Janssens ein deutsches Mixed im Spiel, aber konkurrenzlos gegen die koreanischen Paarungen!

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Beim Herren – Doppel dann noch, mit Seidel/Pistorius, die letzte deutsche Trumpfkarte am Start, allerdings im Reigen dreier starker koreanischer Paarungen. Würden Seidel/Pistorius in Richtung Finale stechen können? Nein, das war eine trügerische Hoffnung. Trotz tapferer Gegenwehr mussten sie nach zwei Sätzen die Niederlage hinnehmen.

Kurzum: Die Finals sind wieder einmal rein asiatisch gefärbt, vor allem von koreanischem Farbenspiel. Dennoch, und das verdient besondere Betonung,  waren im Kampf um die Finalplätze immerhin auch skandinavisches und deutsches Badminton vertreten, was hoffen lässt.

Und auch das! Schon die Viertel- als auch Halbfinalbegegnungen dieses vorletzten Turniertages glänzten mit Weltklasse – Badminton. Umso prickelnder dürften folglich die Erwartungen mit Blick auf den morgigen Finaltag sein. Denn eines ist gewiss: Ab morgen, 10 Uhr, wird mit den Finals der Yonex German Junior 2014 eine hochklassige internationale Badminton – Party im Sportforum Weißensee gefeiert. Sie sind herzlich eingeladen!

     

Ein Bericht von Peter Gütte, Layout: Anja Koszuta

 

 

Yonex German Junior 2014: Ein viertelfinales Zwischenspiel

Als dieser 3. Tag Yonex German Junior – Tag begann, waren aus deutscher Sicht noch drei Mixed – Paarungen im Rennen, Roth und Firdaus im Herren-Einzel und das Herren – Doppel Pistorius/Seidel, erst kürzlich bei den Dutch – Open sehr erfolgreich.

Der Blick auf das weitere  Europa? Offenbarte drei dänische Damen – Doppel, ein Herren – Doppel und ein Damen – Einzel. Auch Holland war noch mit einer Mixed – Paarung dabei. So bestand also durchaus berechtigter Optimismus, am finalen Sonntag dabei zu sein.

Andererseits hatten die vergangenen Turniertage mancherlei Hoffnung zerstört, dem asiatischen Badminton Terrain abzuringen. Die standen noch mit Spielern aus Indonesien, Singapur, China, Korea und Malaysia im Turnier. Damit deutete sich bereits an, was Badminton – Kundige, bei allem vorsichtigen Optimismus, _MG_3357prognostiziert hatten. Aber letztlich zählte natürlich nur das, was die Ergebnisse am Ende dieses vorletzten Turniertages auswiesen. Vielleicht sollte es doch europäische Überraschungsmomente geben? Warum nicht! So hatte also dieser 3. Tag im Sportforum Weißensee seinen geopolitischen Spannungsbogen! Und der wurde auf allen sechs Spielfeldern mit spannenden Auseinandersetzungen und schier unendlichen dramatischen Ballwechseln dramaturgisch realisiert. Um 14 Uhr standen dann die Halbfinals fest. Aber der Reihe nach!

 Das Mixed Weißkirchen/Janssens hatte sich mit einem 3-Satz-Erfolg, gegen Alex Vlaar und Cheryl Seinen, aus den Niederlanden, in die nächste Runde gespielt, d.h. ins Halbfinale.

Das blieb dem Doppel Firdaus/Cordes verwehrt. Sie mussten sich, nach zwei verlorenen Sätzen, dem favorisierten Doppel Kim/Kim aus Korea beugen.

_MG_3506Der 3. deutschen Hoffnung, Seidel/Karnott, fehlte das manchmal so wichtige Quäntchen Glück. Eine Stunde wehrten sie sich gegen die Dänen Bond/Hansen, um schließlich 20:22 im 3. Satz zu unterliegen.

Das Herren – Doppel Pistorius/Seidel sicherte sich überraschend, mit einem Sieg über Ding Y B und Nazar aus Singapur, den Sprung ins Halbfinale. Aber der dauerte drei lange dramatische Sätze!

Fabian Roth gelang dies in zwei Sätzen gegen Yun Su Li Korea. Gustav Firdaus verfehlte das Halbfinale gegen Cheuk Yiu Lee, auch Hong Kong China.

So startete am Nachmittag das Halbfinale mit Spielern aus Deutschland, Dänemark, Korea, China, Singapur, Hong Kong China und Malaysia. Das versprach Spannung                                                                                                      und hochklassiges Badminton am späten Nachmittag!

Ein Bericht von Peter Gütte, Layout: Anja Koszuta

Peter Gütte interviewt…
Hee Jong Kong – das lächelnde Mädchen aus Korea

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Hee Jong Kong fällt auf. Nein, nicht nur mit ihrem Badminton, das vom anderen Stern scheint, sondern auch durch ihre Fröhlichkeit. Wo immer man ihr in den Turniertagen begegnet, lächelt sie. Hee Jong Kong ist erstmals in Berlin und spielt Mixed und Doppel. Wie gefällt es ihr?

„Ja, es gefällt mir sehr gut in Berlin oder richtiger das Turnier. Denn von Berlin habe ich leider noch nichts gesehen. Ich fahre immer nur zwischen Hotel und Turnier hin und her. Aber ich glaube, es ist noch eine Sightseeing – Tour für unser ganzes Team geplant!“

 Gut, dann frage ich nach dem Turnier!

„Das ist wirklich toll. Nicht nur, dass ich bisher gut im Wettkampf liege. Die Halle ist schön und alles ist sehr gut organisiert. Wir fühlen uns hier alle sehr wohl. Und interessant ist ja auch, dass ich hier Spieler vieler anderer Nationen beobachten kann, ihr Spiel, ihre Auffassung von Badminton“.

 Hee Jong Kong, wie lange spielen Sie schon Badminton?

„Mit 10 Jahren begann ich. Mein Lehrer suchte Spieler für die Schulmannschaft und sprach mich an. Heute bin ich froh, dass ich damals ja gesagt habe“!

 Wie sieht Ihr Trainingsplan aus?

„Also, das läuft so ab. 8.20 Uhr beginnt die Schule und geht bis 14 Uhr. Ab 15 Uhr wird dann trainiert“.

 Leben und trainieren Sie in Seoul?

„Nein, nein, das ist anders. Ich lebe in Taetson bei meinen Eltern. Taetson ist eine der größten Städte Koreas. Aber teilweise trainiere ich auch im koreanischen Badminton – Centre in Seoul“.

 Sind Sie eine fleißige Spielerin, die immer bereit zum Trainieren ist, oder ist es manchmal auch zu viel?

„Ich bin fleißig und arbeite wirklich sehr hart“!

 Mit welchem Ziel?

„Mein Ziel ist Olympia und mein Traum eine Medaille.“

 Warum spielen Sie eigentlich nicht auch noch Einzel?

„Ein schwieriges differenziertes Thema. Einzel ist eine andere Spielauffassung, eine andere Philosophie. Ich habe mich eben auf Doppel und Mixed spezialisiert.“ 

Wenn man so leidenschaftlich einen Sport betreibt, wie Sie. Bleibt da noch Zeit für andere Dinge?

„Doch schon, ein bisschen. Ich singe gern, traditionelle koreanische Musik aber auch Hip Hop“!

 Wie wäre es mit ein paar Noten?

„Oh, besser nicht. Ich habe heute andere Gedanken und Ziele“!Koreanerin_2

 Sie sind noch jung, Hee Jong Kong. Dennoch ist Badminton irgendwann mal vorbei. Welche Gedanken für die Zukunft haben Sie?

„Eigentlich denke ich immer nur an Olympia. Aber vielleicht später mal zur Highschool gehen, Physik studieren oder Lehrer werden, das könnte ich mir schon vorstellen“.

 Blenden wir zurück in die unmittelbare Gegenwart, Hee Jong Kong, ins laufende Turnier. Welches Ziel haben Sie für die Yonex German Junior?

„Ich will ins Endspiel und Champion werden!“

 Dafür wünsche Ihnen viel Erfolg und ein strahlendes Siegerlächeln!

„Danke“ und lächelt!

 

Europa contra Asien!
Beobachtungen, Emotionen, deutsche Akzente

Dieser 2. Tag Yonex German Junior 2014 sollte schon genauer Auskunft über die Spielstärke des fernöstlichen Badminton geben und über Möglichkeiten deutschen Spieler in diesem erlesenen Feld. Das konnte auch gleich, zu früher Stunde, das Mixed Max Weißkirchen/Eva Janssen gegen ein koreanisches Duo testen. Eine echte Herausforderung und schnell war Satz 1 verloren. „Ja, wir haben zuerst mal abgetastet, waren vielleicht auch zu passiv am Netz“, resümieren beide abgekämpft nach dem Match. „Vor dem 2. Satz haben wir uns dann ganz kurz IMG_0621verständig, mehr auf Angriff zu spielen!“ Es hat funktioniert, wenn auch der 3. Satz auf Messers Schneide stand. Ein sicherlich nicht unbedingt einkalkulierter Erfolg!

Zeitgleich setzten sich Jennifer Karnott und Marvin Seidel mit der englischen Paarung Sean Vendy und Lydia Powell auseinander. Es ging nicht gut los: 14 : 21! Die Frage: Würden sie das Spiel noch drehen können? Sie konnten,  – mit 21 : 11 und 21 : 16. Dieser Erfolg war einkalkuliert!

Auch das Mixed Geiss/Li trat schon am Vormittag an, gegen eine starke Paarung aus Hongkong China. Nach zwei Sätzen stand es hoffnungsvoll 1:1. Würde das deutsche Doppel den Vorteil nutzen können? Nein, im Schlussakt schienen dann wohl Kraft und Konzentration verschossen zu sein. „Ja, das ist schon richtig, zumindest teilweise“, kommentierte Yvonne Li im Anschluss. „In solcher aufregenden Situation kommt es eben manchmal zum Konzentra-tionsbruch. Das war heute bei uns so und dann schleichen sich Fehler ein. Schade!“ Ja, schade, so hätten es schon am Vormittag aller guten Dinge „drei“ sein können.

Die Berlinerin Brenda Fernandin hatte ihren ersten Aufritt  gegen  Yufei Brenda_CordesChin aus China. Würde Brenda möglicherweise für eine Überraschung sorgen können? Nein, die war nach 11:21 und 4:21 schnell verspielt! Blieb für sie die Chance auf Erfolg im Doppel, mit Partnerin Nadine Cordes. Doch auf der anderen Seite lauerte eine echte Herausforderung, das koreanische Damendoppel Seo Yeon Lee/Keun Hye Park. Und doch schien, nach dem 1. Satz, eine faustdicke Überraschung in der Luft zu liegen, denn das deutsche Doppel führte 21:16! Doch das böse Erwachen folgte schnell. Mit 5:21 und 10:21 mussten Brenda und Nadine schließlich vor den Koreanerinnen kapitulieren.

Ein Kräfte zehrendes Match, Europa contra Asien, absolvierte die Dänin Mia Blichfeldt gegen die indonesische Kontrahentin Devi Ynita Indah Sari. Nach dem 1. Satz schien eigentlich alles klar für die dänische Meisterin zu sein. Druckvoll und elegant hatte sie zum 21:14 gepunktet. Doch Satz zwei setzte plötzlich ganz andere Akzente, entwickelte sich zu einer Nerven aufreibenden Schlacht, mit glücklichem 24:22 für Mia Blichfeldt.

Währenddessen machte sich die Deutsche Yvonne Li für ihr Spiel gegen die Estländerin Helina Rüütel warm. Das tat ihr wohl gut, denn konzentriert erspielte sie einen Zweisatz – Sieg und mithin den Sprung in die nächste Runde. Denn ersprang auch Fabian Roth. Mit 21:11 und 21:14 bezwang er den Polen Piotr Wasiluk.

IndonesierEin sehenswertes und beherztes Match bestritt Lars Schänzler gegen Cheuk Yiu Lee und verlor dennoch 19:21 und 20:22. Die Frage: Was wurde in dieser hochdramatischen Schlussphase zum entscheidenden Kriterium der hauchdünnen Niederlage? „Ja, das ist eben der winzige Unterschied zwischen einem sehr guten und guten Spieler“, schätzt Lars Schänzler schwer atmend nach dem Match ein. „Cheuk konnte eben das Tempo immer noch anziehen, was mich dann in die Defensive zwang und das im entscheidenden Augenblick. Ja, aber ich kenne Cheuk. Er ist eben der bessere Spieler. Natürlich ärgert man sich, ist doch normal“.

Mögen die Favoriten aus den asiatischen Ländern an diesem 2. Turniertag zumeist auch ihrer Rolle nachgekommen sein, zum Beispiel der Malaye Satheishtharan Ramachandran völlig erschöpft nach seinem Match. Dennoch konnte nicht unbemerkt bleiben, dass dies oftmals nur mit großen Mühen und engen Spielausgängen gelang. Ein Eindruck, den auch Bundestrainer Mathias Hütten registrierte? „Ja, das deckt sich auch mit meinen Beobachtungen. Aber ich will das differenzieren. In den Einzeldisziplinen sind die Asiaten nach wie vor dominant, da muss man sich nichts vormachen. Aber im Mixed und Doppel ist die Rivalität ausgeglichener geworden, kann Europa gut mithalten“ und erinnert an die starken Auftritte dänischer Spieler. Interessant aber auch der Blick auf das Leistungsvermögen der deutschen Spieler in diesem Konzert! „Ja, und durchaus

IMG_0717erfreulich“, ergänzt der Bundestrainer. „Unsere Topleute, denken Sie nur an Fabian Roth, haben heute durchaus ihre Höchstleistungen mit Siegen nachgewiesen. Wir haben aber dieses Jahr auch jungen Spielern, also ich spreche von U 17, Chancen gegeben. Sie sollen lernen, Erfahrungen sammeln. Dass es da Niederlagen gibt, ist doch verständlich. Aber insgesamt bin ich wirklich zufrieden und gespannt auf morgen, die Viertel- und Halbfinals“.

Das ist nachvollziehbar, denn das deutsche Badminton hat ja noch zahlreiche Eisen im Feuer. Möge sich also diese erfreuliche Tendenz fortsetzen und zum dramaturgischen Spannungsbogen des 3. Tages der Yonex German Open 2014 werden!

Bericht von Peter Gütte, Layout: Anja Koszuta

Peter Gütte interviewt …
Mia Blichfeldt – danish dynamite!

Mia, blond, groß gewachsen, sehr schlank, mit freundlich offenem Gesicht. Sie ist hübsch, eine sympathische Erscheinung. Mia ist 16 Jahre alt und Stern am dänischen Badminton – Himmel: Champion in ihrem Heimatland und schon Mitglied im dänischen Europameisterteam. Am 1. Spieltag leuchtete sie bereits beim klaren Sieg über die Engländerin Jessica Hopton. Am 2. Spieltag stand ihr die starke Indonesierin Devi Yunita Indah Sari gegenüber. Sie gewann auch dieses Match, allerdings erst in der Verlängerung Blichfeldt_Gegnerinim 2. Satz!

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Gratulation Mia. Das war ein hartes Stück Arbeit, aber auch ein ästhetisch sehr schönes Match. Was war schließlich entschei-dend für Ihren Sieg?

„In dieser Situation spielt man sein Spiel, versucht das Beste zu geben. Viel Zeit für Überlegungen ist da nicht mehr. Und ein bisschen Glück ist dann auch noch immer dabei!“

Wie gefällt es Ihnen in Berlin?

 „Oh, es ist schön hier, auch die Halle, die Atmosphäre. Ein gut organisiertes Turnier!“

Das Turnier, Mia, ist außerordentlich gut besetzt, also die Konkurrenz stark. Mit welcher sportlichen Intention sind Sie hier zur Yonex German Junior 2014 angereist?

 „Nun, das ist ganz einfach zu beantworten. Ich will den Erfolg!“

 Die Grundlagen für Ihre bisher sehr erfolgreiche Karriere wurden sicher schon früh gelegt. Wann haben Sie mit Badminton angefangen?

„Ja, natürlich. Ich spiele seit meinem 7. Lebensjahr Badminton!“

 Und warum Badminton. Was war ausschlaggebend für diese Entscheidung?

„Ja, eine gute Freundin spielte Badminton und da wollte ich es auch. Und Sie sehen, ich bin dabei geblieben!“

 Wie sieht ein ganz normaler Tag im Leben der Mia Blichfeldt aus?

„Na ja, aufstehen und von 8 Uhr bis 10 Uhr Training. Dann schließt sich Gymnasium an, bis 18 Uhr. Danach trainiere ich nochmals, essen und schlafen gehen. “!

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 Bleibt da noch Zeit für andere Dinge, vielleicht für Hobbys?

 „Nein, eigentlich nicht. Mein Hobby ist Badminton, nur Badminton. Natürlich habe ich auch Freunde und höre gern Musik:“

Wo trainieren Sie?

„In Brondby. Da ist das Nationale Badminton Zentrum und da gehe ich auch ins Gymnasium“.

Ist Brondby Ihre Heimatstadt?

„Nein, ich wohne in Solrod, bei meinen Eltern. Solrod liegt etwa 20 Kilometer entfernt von Brondby.“

Mia, haben Sie schon Vorstellungen, wie es nach dem Gymnasium weiter geht?

 „Ja, natürlich, habe ich. Ich möchte danach zur Universität gehen und in Richtung Physiotherapie studieren!“

 Beschäftigen Sie sich auch mit dem Gedanken, den Weg zum Profisport einzuschlagen?

 „Klar, solche Überlegungen gibt es natürlich. Ich könnte mir das durchaus vorstellen. Aber jetzt schon etwas Verbindliches zu sagen, dafür ist es zu früh, das werden Sie sicherlich verstehen!“

 Ich habe Sie eben sehr konzentriert erlebt. Was sind Sie für ein Typ? Eher fleißig, beharrlich oder manchmal auch lustlos?

 „Nein, nein, so bin ich nicht. Ich bin fleißig und immer ehrgeizig. Das kommt mir beim Training natürlich zugute. Übrigens lerne ich am Gymnasium auch fleißig deutsch“!

 Dann hätten wir das Interview deutsch führen können?

 „Englisch“, lacht Mia, „war schon die bessere Entscheidung“!

 Aber einen Satz sollten Sie mir nicht vorenthalten …Blichfeldt_3

 Mia überlegt:

„I c h  s p i e l e  g e r n  B a d m i n t o n  u n d  w i l l  g e w i n n e n“!

 Vielen Dank für diesen exakt deutschen Satz und das angenehme Gespräch. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Yonex German Junior 2014!

 „B i t t e s c h ö n“!

Triumphe – Niederlagen – Emotionen
Bilder und Momente vom 1. Turniertag der Yonex German Junior 2014

BrendaTag eins der Yonex German Junior 2014 ist gespielt. Das Fazit: Tolles Badminton, Temperamente zwischen großer Enttäuschung und himmelhoch jauchzend. „Ein sehr guter 1. Tag.”, freut sich Turniermanager Manfred Kehrberg. ” Alles ist reibungslos gelaufen, ich bin sehr zufrieden. Besonders gefreut habe ich mich natürlich über das Lob vieler Gäste. Viele Gespräche hatte ich heute, mit Trainern, Spielern und auch Schiedsrichtern. Alle haben sich sehr zufrieden geäußert. Es war schon ein sehr arbeitsreicher Tag, aber auch schön“, lacht Kehrberg und ergänzt Yvonne LI„ich freue mich auf morgen!“

Erfreulich stark die deutschen Damen. Z.B. Brenda Fernandin aus Berlin. Mühelos warf sie die Rumänin Maria Alexandra Dutu in zwei Sätzen aus dem Rennen. Desgleichen Yvonne Li aus Hamburg. In einem sehenswerten Spiel stand es nach zwei Sätzen, gegen die Slowenin Katarina Beton, unentschieden. Würde das hanseatische Talent im 3. Satz die so entscheidende Dominanz aufbringen? Eine Frage, die sich Yvonne Li wohl nach dem 2. verlorenen Satz selbst stellte? „Absolut, das habe ich. Ich musste mir einfach wieder bewusst machen, dass ich die Favoritin bin, geduldig mit mir sein und mich auf mein Spiel besinnen“. Das tat die Favoritin dann auch, siegte schließlich klar mit 21:12. Auch die deutschen Herren mit erfreulicher Bilanz. Z.B. Jugend – Europameister Fabian Roth. Gegen Kevin Nilsson ließ er in zwei Sätzen lediglich fünf Gegenpunkte zu. Und Lars Schänzler setzte sich, ebenfalls in zwei Sätzen, über den Serbier Dragoslav  Petrovic hinweg. Ciaran Fitzgerald machte es ihm nach, schlug den Lettländer Janis Gulbis 21:15 und IMG_062021:16. Erfreulich auch der erste Auftritt des deutschen Mixed Weißkirchen/Janssens gegen Sogaard/Lundgaard aus Dänemark. Nach drei hart umkämpften Sätzen verließen sie als Sieger das Spielfeld. Im Einzel musste allerdings Max Weißkirchen, gegen den Chinesen Feixiang Sun, die Segel streichen.

Erwartete Favoritensiege prägten ansonsten den Auftakt dieser Yonex German Junior 2014, mit erwarteter Dominanz der fernöstlichen Fraktion. Manche der Begegnungen hatten schon Endspielcharakter. Z.B. die Auseinandersetzung Yiman Zang, China, gegen Ghaida Nurul Ghaniyu, Indonesien. Beinahe 40 Minuten bekämpften sich beide Damen und spielten dabei ein Badminton – Hohelied. Letztlich entschied wohl das Duell die bessere Kondition der Chinesin und setzte der Indonesierin die Grenze!

Stark präsentierte sich auch der Dutch Junior – Sieger Guipu Lin aus China, gegen den Deutschen Samuel Hsiao. Nur acht bzw. neun Punkte gestattete er dem deutschen Kontrahenten.

Stark kämpferisch, diese Tugend zelebrierte die dänische Meisterin Mia Blichfeld gegen Jessica Hopton aus England. Mit 21:11 und 21:6 ließ sie der Engländerin nicht die Spur einer Chance. Da hatte es die schöne Maria IMG_0595Mitsova bedeutend schwerer, um das Match, nach verlorenem 1. Satz, noch zu drehen. Eine kämpferische Bestnote verdienten sich auch die Mixed Jakowczuk/Koniecka, Polen, gegen die Deutschen Seifert/Petrowski. Zunächst 21:19 für die Deutschen, dann 18 und 19 gegen sie. Wenn auch knapp, aus ist aus. Schade!

Aufmerksamer Beobachter war auch der Vizepräsident des Deutschen Badmintonverbandes,Heppner_png Dietrich Heppner. Wie kommentiert er den ersten Tag dieser 2014er Ausgabe Yonex German Junior? „Also, ich bin sehr zufrieden. Toll das erlesene Teilnehmerfeld, und dann die deutschen Spieler. Ist doch erfreulich, wenn es nun auch noch nicht die ganz großen Herausforderungen waren. Die kommen aber noch und dann wollen wir mal sehen. Also ich bin optimistisch und freue mich auf morgen“.

Erheben wir diese wohlwollende präsidiale Äußerung zum Schlussakzent des Auftakttages der Yonex German Junior 2014!

 

Ein Bericht von Peter Gütte, Layout: Anja Koszuta