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YONEX German Junior 2015 – finale Spannungsmomente und erlesene Badmintonkunst

Die Finals der YONEX German Junior 2015 sind Geschichte. Vier Tage maßen sich 206 U19 Spieler aus 27 Nationen im Sportforum Weißensee, rangen um begehrte Pokale. Es waren spannende Tage – angefüllt mit schönen Begegnungen, aber auch hochklassigem Sport. Und so wurde dieses einzigartige Turnier erneut zum aussagekräftigen Podium: Wie ist der Badminton – Leistungsstand weltweit und wie groß klafft die Lücke zwischen Asien und Europa?

Während das Finale 2014 noch ohne europäische Beteiligung stattfand, hatten die Europäer dieses Jahr in den Einzelfinals und im Herrendoppel ein Wörtchen um den Titel mitzureden.

Doch zunächst startete dieser sonnige Morgen mit einem asiatisch geprägten Finale im Mixed:  Japan vs. Korea oder Jong Woo Choi / Hye Jeong Kim vs. Yuta Watanabe / Chiharu Shida. In einem hochkarätigen Match konnten sich die Japaner schließlich in zwei Sätzen durchsetzen. „Wir sind überglücklich“, strahlten die Sieger. „Die lange Reise hat sich auf jeden Fall gelohnt“. Die Hoffnung auf den Titel mussten die Koreaner, die später noch mal im Damen – bzw. Herrendoppelfinale aufschlagen sollten, aber nicht aufgeben…

Siegerehrung Mixed Mixed

Nun waren die Augen im Sportforum Hohenschönhausen auf das Damenfinale gerichtet: Würde sich die Dänin Mia Blichfeldt, die bereits im Vorjahr viele Fans gewinnen konnte, gegen ihre Kontrahentin, Jin Wei Goh aus Malaysia, durchsetzen? Es war all das zu sehen, was Badminton so einzigartig macht: Knallende Angriffsschläge, athletische schnelle Ballwechsel und Kampfgeist! Nach anfänglichen Startschwierigkeiten und verlorenem ersten Satz kämpfte sich die Dänin von Schlag zu Schlag nochmals ins Match. Am Ende hatte sie jedoch mit 9:21 und 16:21 das Nachsehen.

Würde es ihr Landsmann Anders Antonsen im anschließenden Herreneinzel besser machen? Auch hier sollte ein Kräftemessen mit Malaysia stattfinden. Der erst 17jährige Nordeuropäer verlangte dem ein Jahr älteren Ranschied Satheishtharan alles ab. Fast eine Stunde lang zogen die beiden Ballkünstler die Zuschauer mit abwechslungsreichen und hochklassigen Ballwechseln in ihren Bann. Doch auch in diesem Match ging die begehrte Trophäe nach Asien. „Ja, es ist in der Tat schade, dass die beiden heute nicht ihr Potential abrufen konnten“, so der Coach der dänischen Junioren. „Es ist eigentlich eine Stärke von Anders, dass er nur wenige Eigenfehler macht, aber heute war er wohl ein bisschen aufgeregt. Ich glaube, dass er den Sieg einfach zu sehr wollte. Der Malaysier war einfach ruhiger und geduldiger.“ Wird der junge Däne nächstes Jahr wieder angreifen? „Ich denke schon. Aber heute wird er noch nicht so denken, dass er von seiner Erfahrung nächstes Jahr profitieren kann. Im Moment ist er einfach nur von sich enttäuscht.“

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Im Damendoppel konnten die Gewinnerinnen 2015 der YONEX German Junior nur aus Korea kommen. Über zwei Sätze konnten die Zuschauer asiatische Badmintonkunst, in Reinkutur genießen, also Ästhetik und Athletik, die kaum zu überbieten war.Am Ende nahmen Hye Jeong Kim und Keun Hye Park als Siegerinnen den YONEX German Junior – Pokal entgegen.

Während dessen machten sich schon die Engländer Ben Lane und Sean Vendy für das mit Spannung erwartete Herrendoppel warm. „Wir hatten keine großen Erwartungen an dieses Turnier, wir wollten einfach unser Bestes geben. Jetzt sind wir so weit gekommen, da wollen wir natürlich auch den Sieg“, kündigten die beiden vor dem Match an. Doch dafür mussten sie  gegen die starken Koreaner Jong Woo Choi und Seung Jea Seo ihr Können unter Beweis stellen. Aber alles Wollen und großer Einsatz halfen ihnen nicht – mit 13:21 und 12:21 mussten sie die finale Niederlage hinnehmen.

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Siegreich – unter diesem Blickpunkt ließe sich Turnierjahrgang 2015 zusammenfassen. „Ja, es war wirklich ein sportlicher Höhepunkt“, blickt Turniermanager Manfred Kehrberg zurück. „So hatten wir wieder einmal Weltklasse – Badminton hier in Berlin. Ich würde sogar sagen, es war das höchste Level, was wir bisher bei den YONEX German Junior – Turnierengesehen haben. In diesem Zusammenhang möchte ich mich bei allen fleißigen EBT – Helfern bedanken, den Referees und natürlich den Sponsoren. Nur mit ihrer Hilfe war das alles möglich. Also nochmals Dank an YONEX, an das Land Berlin, den Landessportbund. Ich glaube sagen zu können, wir waren sehr gute Gastgeber“.

Und wenn schon Dank, dann auch an den Mann, der wiederum professionell alle Fäden dieses Turniers umsichtig in der Hand hielt: Turniermanager Manfred Kehrberg. Unter seiner Egide ist der YONEX German Junior – Geschichte ein weiteres erfolgreiches Kapitel hinzugefügt worden. Also dann: Willkommen 2016!

 

Ein Bericht von

Anja Koszuta & Peter Gütte

Peter Gütte porträtiert: Miriam Herbst – die „Scharfrichterin“!

gj2015d4-1gj2015d4-2Sie sitzt ganz oben auf einem Hochsitz. „Game over“, Ihre Anweisungen kommen ruhig beherrscht. Sie hat die Dinge in der Hand. Ihre Körpersprache spricht von Selbstbewusstsein und Souveränität. Und auch das: Sie sieht äußerst attraktiv aus. Die Rede ist von Miriam Herbst. Sie ist Badmintonschiedsrichterin, in der Fachsprache Umpire geheißen. Miriam Herbst ist eine von 25 Umpires, die mit scharfem Auge das Spielgeschehen während der YONEX German Junior leiten. Scharfes Auge?

„Absolut, das gehört natürlich dazu, hohe Konzentration, auch Lockerheit. Wissen Sie, ein Lächeln von meinem Hochsitz, kann im schwierigen Falle spielentscheidend sein“!

Übrigens Miriam, auch für ein Interview. Schwieriger Fall? Gibt es solche Situationen bei diesem eigentlich durch und durch fairen Sport?

„Ja durchaus. Das sind manchmal nur situative Kleinigkeiten. Die Spieler sind hochgradig nervös. Dann muss ich schon mal eingreifen, aber sehr ruhig und zurückhaltend. Wissen Sie, als Umpire möchte ich den Spielfluss nicht stören, sondern immer befördern. Ach, und eine scharfe Richterin bin ich absolut nicht. Wenn Sie diesen Begriff gern benutzen wollen, dann verstehe ich das nur als Lust am journalistischen Spiel mit Sprache. Können Sie ruhig machen“!

Haben Sie schon mal einem Spieler die Rote Karte gezeigt?

„Nein, noch nie, aber die Gelbe schon. Ich denke nach. Dreimal, ja dreimal“.

Welche Eigenschaften sind für einen Umpire unabdingbar?

„Also Selbstvertrauen ist absolute Basis. Dann muss man einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn haben, Souveränität zeigen, nach außen immer ruhig wirken und man muss den Mut haben, Entscheidungen zu treffen“.

Wenn es Ärger auf dem Spielfeld gibt, wie gehen Sie damit um?

„Das ist eine interessante und wichtige Frage. Wissen Sie, ich gehe dann zu sehr erfahrenen Schiedsrichtern und frage sie. Frage sie, wie sie mit dieser oder jener Situation umgegangen wären, wie sie reagiert hätten. Für uns Umpires dürfen die Situationen niemals schwarz/weiß sein. Alles spielt sich dazwischen ab, in vielen Nuancen. Und da muss ich dann immer mit viel Feingefühl meine Entscheidungen treffen“.

Sie sind eigentlich Produktmanagerin im Pharmabereich. Sind Sie auch auf Ihrem Hochsitz Managerin?

„Ja schon, aber mit Unterschieden. Im meinem Beruf stehe ich zweifellos im Vordergrund, nicht aber auf dem Hochsitz. Da habe ich mich eher zurück zu halten, also im Hintergrund“!

 

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Wie sind Sie Umpire geworden?

„Wissen Sie, irgendwann erkannte ich, dass aus mir keine Weltklassespielerin wird, die zu Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften reist. Aber ich liebe diesen Sport und spiele auch in der Wiener Landesklasse Badminton. Badminton ist meine große Leidenschaft. Und so habe ich eben einen zweiten Weg gewählt, der diese Passion irgendwo für mich bedient. Und so werde ich, ich bin da ganz sicher, irgendwann zu Olympischen Spielen fahren. Aber eben nicht als Spielerin, – sondern als Umpire. Ist doch auch schön, oder“?

Waren Sie international schon viel unterwegs?

„Ja ja, ich war schon in einigen Ländern. In Deutschland, Slowenien, in Ungarn, in der Slowakei“.

Verdienen Sie damit viel Geld?


„Nein, absolut nicht“, lacht Miriam Herbst ihr schönes Lachen. „Ich nehme dafür Urlaub. Das ist wirtschaftlich ein absolutes Verlustgeschäft. Aber andererseits habe ich Spaß an wunderbarem Badmintonsport, genieße ganz einfach die Matches und meine Rolle dabei“.

 

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Dann, Miriam, genießen Sie, mit Feingefühl und ausgeprägtem Sinn für Gerechtigkeit das Wirken auf dem hohen Stuhl. Vielen Dank für die interessanten Einblicke in Ihre Umpiretätigkeit und für das schöne Lächeln, mit dem Sie unser Gespräch begleitet haben. Ich wünsche alles Gute, viele Einsätze bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften, und das alles mit dem Hochgefühl einer ausgeprägten Leidenschaft!

YONEX German Junior 2015 – Endspurt Richtung Finale

Nach zwei Vorrundentagen wurde es nun ernst im Sportforum Weißensee. Kein Wunder, denn an diesem 3. Tage der YONEX German Junior standen die Viertel- und Halbfinals auf dem Programm. Wer also hier mit Siegen glänzte, stand im Finale. Ein spannender hochinteressanter Tag also, auch weil mit den Teilnehmern die Turniercreme auflief. Im Rennen, nicht anders zu erwarten, noch viele Spieler aus Fernost, aber auch Dänen, Russen, Niederländer, Engländer. Europa war also noch stark vertreten. Und ganz besonders erfreulich: Ein deutsches Mixed, mit Eva Janssens und Max Weißkirchen. Das war also die Ausgangssituation am Morgen dieses vorletzten Tages YONEX German Junior 2015.
Eva Janssens und Max Weißkirchen hatten mit einem Mixed aus Hongkong China gleich ein schweres Los gezogen. Über drei Sätze ging es dann auch, mit Sieg für die Deutschen.

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Mia Blichfeldt contra June Powell (England). Eigentlich war da alles klar: Favoritin natürlich die Dänin Mia Blichfeldt. Aber? Aber zunächst ein verlorener erster Satz. Was war los? „Ja, ich war sauer auf mich, machte viele Fehler, irgendwie gelang mir nichts!“ Das war auch im Gesicht der hübschen langbeinigen Dänin zu lesen! Aber dann, erwartungsgemäß, zwei erfolgreiche Sätze und der Sieg für Mia Blichfeldt. „Das war wirklich harte Arbeit“, so Mia unmittelbar nach diesem Viertelfinalmatch. Für die Dänin ein wichtiger Schritt Richtung Finale!

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Mittags waren schließlich alle Viertelfinals gespielt und mithin das Halbfinale komplett: Das Ergebnis ließ nicht unbedingt erstaunen. Denn wieder musste Europa konstatieren, dass asiatisches Badminton weltweit bestimmend ist, allerdings nicht mit gewohnter koreanischer Dominanz. Die hatten sich zwar mit einer großen Fraktion ins Halbfinale gespielt, aber auch Singapur, Malaysia, Indonesien und Korea. Damit präsentierte sich ein ausgeglichenes asiatisches Feld. Auf europäischer Seite waren immerhin noch England, Dänemark und das deutsche Mixed im Rennen. Eine Konstellation, die Erinnerungen an das Halbfinale 2014 aufkommen ließ.

Bissiger Kampf um Finaleinzug

Da blickte natürlich die deutsche Fangemeinde besonders auf das Mixed Weißkirchen/Janssens. Würden sich die beiden gegen das koreanische Duett durchsetzen können? Eine schwierige Aufgabe! „Ja, so ist es“, bestätigt Bundesjugendtrainer Matthias Hütten diese Paarung. „Ich kann nur hoffen, dass in diesem speziellen Falle unsere Kreativität der koreanischen Qualität kontra bieten kann. Wer weiß! Das hoffe ich übrigens auch mit Blick auf das gesamte Halbfinale, hoffe, dass die anderen Nationen Korea das Leben nicht zu leicht machen!“ Frage: Worauf basiert diese Hoffnung? „Die basiert darauf, dass die anderen asiatischen Nationen qualitativ sichtbar zugelegt haben“, analysiert der Bundestrainer. Wird diese Maxime möglicherweise zur überraschenden Turnierwirklichkeit?
Es hätte bei Weißkirchen/Janssens beinahe klappen können. Wenn sie auch in zwei nicht an Spannung zu überbietenden Sätzen verloren, so hatten sie fantastisch gespielt. Dieses Kompliment muss man dem deutschen Mixed zukommen lassen! Sie waren nah dran!

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Nicht nur die Frühlingssonne ließ diesen Tag gleißend erstrahlen, sondern auch der wunderbare Sport, der im Forum Weißensee zelebriert wurde. Um 18 Uhr waren sie dann ausgespielt, die Finals für den finalen Tag der YONEX German Junior 2015. Im Mixed stehen sich Korea und Japan gegenüber. Auch die Dänin Mia Blichfeldt erreichte das Ziel ihrer Träume, das Finale. Sie wird sich dort mit einer Dame aus Malaysia (Jin Wei Goh) auseinandersetzen müssen. Im Herreneinzel stehen sich ebenfalls die Nationen Dänemark (Anders Antonsen) und Malaysia (Satheishtaran R.) gegenüber. Auch im Herrendoppel ist Europa noch vertreten. Hier Kämpft England (Ben Lane/Sean Vendy) gegen Korea (Jong Woo Choi/Seung Jae Seo) um den Titel. Einzig das Damendoppel ist ein rein koreanisches Finale (Hyang Im Kim/Ye Rim Shim vs. Hye Jeong Kim/Keun Hye Park). Somit werden die Endspiele sicherlich hart umkämpft sein.

Das begeisterte Publikum konnte sich einmal mehr von Schnelligkeit, Akrobatik, Eleganz und Ästhetik verzaubern lassen. Dass dies morgen noch gesteigert wird, kann nicht verwundern. Denn dann stehen sich die Besten der Besten gegenüber. Und eines wollen sie alle: Einen der begehrten Pokale der YONEX German Junior nach Hause nehmen.

Ein Bericht von
Peter Gütte

German Junior TV // Interview mit Ben Lane und Sean Vendy (ENG)

Peter Gütte interviewt: Mia Blichfeldt – danish dynamite!

Schweiß steht ihr auf der Stirn, schwer atmend kommt sie zum Interview. Sie hat gewonnen, gegen die Engländerin Powell. Ein wichtiges Viertelfinalspiel Richtung Finale. Mia – blond, groß gewachsen, schlank, auffallend lange Beine, freundlich offenes Gesicht. Sie ist hübsch, eine sympathische Erscheinung. Mia Blichfeldt ist 17 Jahre alt und der Stern am dänischen Badminton-Himmel. Sie ist Champion ihres Landes und bereits Mitglied im dänischen Europameisterteam.

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Gratulation Mia! Das war ein hartes Stück Arbeit. Die Engländerin hat es Ihnen nicht leicht gemacht, besonders im 1. Satz. Aber es war auch ein ästhetisch sehr schönes Match. Was war schließlich entscheidend für Ihren Sieg?

„In dieser Situation spielt man sein Spiel, versucht das Beste zu geben. Viel Zeit für Überlegungen ist da nicht mehr. Und ein bisschen Glück ist dann auch noch immer dabei!“

Wie gefällt es Ihnen in Berlin?

„Oh, es ist schön hier, auch die Halle, die Atmosphäre. Ein gut organisiertes Turnier!“

Das Turnier, Mia, ist außerordentlich gut besetzt, also die Konkurrenz stark. Mit welcher sportlichen Intention sind Sie hier, zu den Yonex German Junior 2015, angereist?

„Nun, das ist ganz einfach zu beantworten. Ich will den Erfolg!“

Die Grundlagen für Ihre bisher sehr erfolgreiche Karriere wurden sicher schon früh gelegt. Wann haben Sie mit Badminton angefangen?

„Ja, natürlich. Ich spiele seit meinem 7. Lebensjahr Badminton!“

Und warum Badminton. Was war ausschlaggebend für diese Entscheidung?

„Ja, eine gute Freundin spielte Badminton und da wollte ich es auch. Und Sie sehen, ich bin dabei geblieben!“

Wie sieht ein ganz normaler Tag im Leben der Mia Blichfeldt aus?

„Na ja, aufstehen und von 8 Uhr bis 10 Uhr Training. Dann schließt sich Gymnasium an, bis 18 Uhr. Danach trainiere ich nochmals, essen und schlafen gehen.“

Bleibt da noch Zeit für andere Dinge, vielleicht für Hobbys?

„Nein, eigentlich nicht. Mein Hobby ist Badminton, nur Badminton. Natürlich habe ich auch Freunde und höre gern Musik.“

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Wo trainieren Sie?

„In Brondby. Da ist das Nationale Badminton Zentrum und da gehe ich auch ins Gymnasium.“

Ist Brondby Ihre Heimatstadt?

„Nein, ich wohne in Solrod, bei meinen Eltern. Solrod liegt etwa 20 Kilometer entfernt von Brondby.“

Mia, haben Sie schon Vorstellungen, wie es nach dem Gymnasium weiter geht?

„Ja, natürlich, habe ich. Ich möchte danach an die Universität gehen und in Richtung Physiotherapie studieren!“

Beschäftigen Sie sich auch mit dem Gedanken, den Weg zum Profisport einzuschlagen?

„Klar, solche Überlegungen gibt es natürlich. Ich könnte mir das durchaus vorstellen. Aber jetzt schon etwas Verbindliches zu sagen, dafür ist es zu früh, das werden Sie sicherlich verstehen!“

Ich habe Sie eben sehr konzentriert erlebt. Was sind Sie für ein Typ? Eher fleißig, beharrlich oder manchmal auch lustlos?

„Nein, nein, so bin ich nicht. Ich bin fleißig und immer ehrgeizig. Das kommt mir beim Training natürlich zugute. Übrigens lerne ich am Gymnasium auch fleißig deutsch!“

Dann hätten wir das Interview deutsch führen können?

„Englisch“, lacht Mia, „war schon die bessere Entscheidung“!

Aber einen Satz sollten Sie mir nicht vorenthalten …

Mia überlegt:

„I c h s p i e l e g e r n B a d m i n t o n u n d w i l l g e w i n n e n“!

Vielen Dank für diesen exakt deutschen Satz und das angenehme Gespräch. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Yonex German Junior 2015!

„B i t t e“!

YONEX German Junior 2015: Meinungen, Hoffnungen und Emotionen

Der 2. Turniertag YONEX German Junior ist gespielt. Aller Grund also zu fragen, wie zufrieden Trainer, Organisatoren und Spieler mit dem bisherigen Turnierverlauf sind!
Z.B. Ji Hyon Marr, Trainerin des Koreanischen Teams. „Also, wir sind mit diesem 2. Turniertag sehr zufrieden. Einmal bin ich es mit den Leistungen meines Teams. Ich denke schon, dass wir einige Finalteilnehmer stellen werden. Ja, und zum Turnier? Es ist ein wirklich schönes Turnier, die Organisation und vor allem auch die Atmosphäre. Ich freue mich auf die nächsten beiden Tage. Wir werden hier erfolgreich sein, das können Sie mir glauben.“
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Total begeistert vom hohen Spielniveau ist Turniermanager Manfred Kehrberg. „Es ist das höchste Niveau, was wir je hier, bei diesem Turnier, gesehen haben. Da kann man sich schon gut vorstellen, was dann morgen, bei den Viertel- und Halbfinals gespielt wird oder Sonntag bei den Finals. Das wird gewiss ein Badmintonfeuerwerk!“
Dänemark ist in jedem Jahr mit einem starken Team vertreten, auch in diesem. Cheftrainer Jakob Paulsen war bereits viermal dabei. Wie hat sich seine Mannschaft in den ersten zwei Turniertagen geschlagen?

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„Also, wir haben gewonnen und verloren, aber mehr gewonnen“, lacht der dänische Coach. „Wir sind also morgen, bei den Viertel- und Halbfinals, noch gut vertreten und hoffen dies auch für Sonntag, also zu den Finals. Schön wäre es! Ansonsten gefällt es mir und uns auch in diesem Jahr wieder sehr gut in Berlin. Alles klappt wunderbar, der Shuttletransport, das Hotel ist sehr gut und auch die Atmosphäre wunderbar warmherzig. Also, ich spreche jetzt auch für meine Spielerinnen und Spieler, es macht Spaß hier zu spielen. Sagen Sie den Organisatoren Vielen Dank!“

Bundestrainer Matthias Hütten hatte gehofft, dass die deutschen Spieler die internationale Konkurrenz möglicherweise ärgern könnten. Ist diese Intention zum Ärgernis geworden oder positive Turnierrealität? „Na ja, das muss differenziert betrachtet werden. Ich würde sagen wir haben heute einen gemischten Tag erlebt. Unsere Spieler haben sich gut geschlagen, auch bei Niederlagen. Immerhin haben wir morgen noch das Mixed im Rennen, also Max Weißkirchen und Eva Janssens. Das stimmt den Tag, für mich jedenfalls, versöhnlich“.

Und das Résümé des japanischen Trainers am zweiten Turniertag? „Wir sind ja erstmals hier und ich bin wirklich mit allem sehr zufrieden. Vor allem mit den Leistungen meiner Spieler. Ich hoffe, dass geht morgen noch so weiter. Uns gefällt es gut in Berlin. Hoffentlich kommen wir nächstes Jahr wieder. Ja, und zur Turnierorganisation kann ich nur sagen, dass alles perfekt ist. So empfindet auch mein ganzes Team!“

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Auch sie gehören zum Turnier, jene Menschen, die auf Hochsitzen sitzen oder am Spielfeldrand das Geschehen mit scharfen Augen betrachten: Die Schiedsrichter, oder im Fachlatein, die Umpires. 25 Umpires sorgen bei diesen YONEX German Junior 2015 für Recht und Ordnung. Die attraktive Miriam Herbst kommt aus Österreich und ist eine international renommierte Spielleiterin. Ihr Urteil mit Blick auf den zweiten Turniertag?
„Also das war heute unheimlich spannend, denn es wurde höchstes Niveau gespielt. Ich kenne den internationalen Vergleich und kann das mit ruhigem Gewissen behaupten. Viele 3-Satz-Matches sind Ausdruck für spannende Begegnungen, und natürlich auch für die Ausgeglichenheit. Und gerade die Asiaten haben hier, und auch bei mir, für große Begeisterung gesorgt. Dieses Tempo, diese langen Ballwechsel. Sie haben das ja auch an der Reaktion des Publikums gemerkt. Also eine tolle Stimmung. Zur Organisation? Da ist alles perfekt. Abholen vom Flughafen, Hotel, die Gastfreundschaft, ich bin begeistert“!
So viele Elogen, das hören die fleißigen EBT-Macher dieses Turniers sicherlich gern. Was sollte, was könnte man jetzt noch ergänzen? Nur so viel: Möge es in diesem schönen Sinne, also sportlich und organisatorisch, auch in den nächsten beiden Tagen im Sportforum Weißensee weiter gehen!

Ein Bericht von
Peter Gütte

German Junior TV // Interview Matthias Hütten

Peter Gütte porträtiert: Max Weißkirchen – die große Hoffnung!

Es war ein schweres Match. Verschwitzt, tief atmend verlässt der hochaufgeschossene junge Mann das Spielfeld. Er ist so der Typ Modellathlet. Gewonnen!  Mit Partnerin Eva Janssens ein indonesisches Mixed geschlagen. Sein Gesicht erzählt kaum über innere Bedingungen oder Bewegungen. Die Rede ist von Max Weißkirchen, eine große deutsche Hoffnung – auch bei diesem Turnier. Große deutsche Hoffnung. Ist das eine Bürde? „Nein, also ich bin ein recht ruhiger Typ und ruhe da eher in mir selbst!“

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Max Weißkirchen, Jahrgang 1996. Er besucht ein Wirtschaftsgymnasium, derzeit die 11. Klasse. Wohin soll das führen? Max Weißkirchen antwortet schnell. „Ich will BWL studieren und das bei der Bundeswehr. Die Bundeswehr deshalb, weil ich da am besten an meiner sportlichen Karriere basteln kann“. Zunächst aber sah es bei Max nach Fußball aus. Doch das Hobby der Eltern, nämlich Badminton spielen, führte zwangsläufig irgendwann zum Umdenken. „Ja“, lacht Max, „da war ich so 9 Jahre alt. Meine Eltern nahmen mich immer zum Badminton mit und schließlich fand ich Gefallen daran“. Aus dem Gefallen wurde eine ernsthafte und aufwendige Intention. Und die verlangt Konsequenzen. Bereits morgens, 7.00 Uhr, geht’s los, – das erste Training, bis 9.00 Uhr. Dann Schule, gemeinhin bis 15.30 Uhr. Und? Schließlich ein zweites Training, bis 19.00 Uhr. Das ist hart! Max nickt und lacht bejahend. „Ich falle dann zumeist todmüde ins Bett. Vielleicht höre ich noch ein bisschen Musik. Mehr ist einfach nicht drin“. Musik? „Ja, Charts, querbeet, nichts Spezielles“.

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Seit Jahren schon spielt Max Weißkirchen äußerst erfolgreich im Juniorenbereich. Letzte Woche stand er im Endspiel der YONEX Dutch Junior. Erst der Malaysier Cheam June Wei konnte Max schließlich stoppen. „Das war eine recht unglückliche Niederlage“, blendet Max Weißkirchen zurück, „denn ich war zuletzt vielleicht ein wenig zu passiv.“

Max Weißkirchen arbeitet hart. Vor allem an seiner Schlagsicherheit und das bei hohem Tempo. Es ginge auch nicht anders, erzählt er, denn nur so könne man zur Weltspitze vorstoßen. Auch mental habe er sich mit den Jahren verändert. „Früher war ich schon manchmal sehr nervös, habe auch nach Niederlagen gelitten. Heute versuche ich mir mit bestimmten Methoden den Druck zu nehmen.“ So findet etwa 45 Minuten vor einem Match das Gespräch mit dem Trainer statt und dann werden Kopfhörer aufgesetzt. „Ich will dann abschalten, mache ein bisschen Stretching, spiele mich auch nicht warm. Wissen Sie, ich will nicht übermotiviert ins Match gehen“!

Es macht mir Spaß, Max Weißkirchen zu interviewen. Er spricht ruhig, überlegt, wählt seine Worte mitBedacht aus. Ernsthaftigkeit ist aus allem zu spüren und ist wohl auch der Stoff seiner bisher so erfolgreichen Badmintonkarriere. Und die ist noch lange nicht zu Ende. „Ja, so sehe ich das auch, denn ich liebe Badminton. Ich liebe Badminton vor allem, weil es eine Individualsportart ist. Das kommt mir sehr entgegen. Ende März geht’s dann nach Polen zur Jugendeuropameisterschaft. Da will ich drei Medaillen holen.“ Aber, da ist ja noch das laufende Turnier, die YONEX German Junior. Im Mixed ist Max mit Partnerin Eva Jannsen auf „1“ gesetzt. „Na ja, also darauf gebe ich nicht so viel. Diese Setzlisten habe ja so ihre Tücken, weil man oftmals gar nicht viel über die anreisenden Spieler weiß. Aber, Eva und ich werden natürlich“, und da lächelt Max sein seltenes Lächeln „unser Bestes geben“.

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Das sind die näheren Ziele des Max Weißkirchen. Aber seine Pläne gehen weit in die Zukunft. „In jedem Falle möchte ich einmal Olympische Spiele spielen, Weltmeister- und Europameisterschaften. Und dafür tue ich alles“. Und eine Freundin? „Nein, nein, ich bin solo“, schmunzelt er. „Aber“, und guckt auf die Uhr, „jetzt muss ich aber“. Und zwar in wenigen Minuten aufs Spielfeld 4, denn da wartet der starke Japaner Keita Ogawa auf ihn. Es soll ein spannendes dramatisches 3-Satz-Match werden, mit besserem Ende für den Mann aus Fernost. Aber da ist ja noch das Mixed. Alles Gute und viel Erfolg Max Weißkirchen!

German Junior TV // Daily Report Thursday

Weltklasse-Badminton ohne Überraschungen! Der erste Tag „Yonex German Junior 2015″

Yonex German Junior 2015, der erste Tag ist gespielt. Was lässt sich festhalten, was analysieren? Die Asiaten zeigten durchweg Weltklasseniveau. Besonders die Damen trumpften auf und wiesen damit den Abstand zu den europäischen Nationen nach. Ausnahmeerscheinung mag die Dänin Mia Blichfeldt sein. Und die Herren? „Da kann es durchaus Überraschungen geben“, so die Beobachtung von Bundesjugendtrainer Matthias Hütten. „Ich glaube, die Herren waren heute noch nicht so gefordert. Gleiches, glaube ich, gilt übrigens auch für die skandinavische Herrenriege. Da dürfte es“, so Hütten „erst morgen richtig interessant werden“! Was aber zeigten die deutschen Badminton-Spieler?
Max Weißkirchen, die große deutsche Hoffnung, hatte dann am Nachmittag, im Einzel, den ersten Auftritt. Sein rumänischer Gegner, mit klangvollem Namen, Filimon Collins-Valentine. Und es ging gut los für Max Weißkirchen, denn nach heiß umkämpftem 1. Satz hieß es 21:19. Was sollte da noch schief gehen? Es ging schief, denn Max Weißkirchen baute sichtlich ab und so konnte der Rumäne ausgleichen.

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„Nun, ich fühlte mich irgendwie müde und schlapp, auch Folge des Turniers in Holland letzte Woche. Aber ich wusste, dass ich das Ding gewinnen kann, wenn ich mich zusammenreiße“, kommentiert der Deutsche unmittelbar nach dem Match sein Spiel. Und er riss sich zusammen und drehte das Match herum. Sein nächster Gegner kommt aus Japan. „Den kenne ich und ich freue mich schon sehr auf dieses Match. Das wird spannend, das weiß ich jetzt schon“, orakelt der hoch aufgeschossene deutsche Star!
Spannend, bis zur Unerträglichkeit, verlief das Match der deutschen Paarung Felix Matulat/Jan Colin Völker gegen die Malaysier Hwa Tan/Fei Goh. Geradezu akrobatische, nicht enden wollende Ballwechsel, prägten diese Auseinandersetzung. Mit knappen 19:21 hatten die Deutschen nach Satz 1 das Nachsehen. Wenn auch verloren, so war es doch eine Überraschung. Alles war also noch möglich. Aber, was so verheißungsvoll begann, endete dann doch erwartungsgemäß. Also keine deutsche Überraschung, sondern letztlich, mit 10:21, eine klare Niederlage im 2. Satz. Woran lag es, was geschah da im Zweiten? „Ja, unsere Gegner hatten einfach ihre Strategie geändert“, analysiert Jan Völker „und waren dann, gerade am Netz, stärker als wir. Am Schluss sind wir dann  wieder besser ins Spiel gekommen, aber da war es zu spät, leider“!

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Leider mussten sich auch andere deutsche Hoffnungen verabschieden. „Nur tragisch ist“, kommentiert Bundesjugendtrainer Hütten, „dass sie gut gespielt haben und man ihnen keinen Vorwurf machen kann“. Z.B. Luise Heim. Bis zum 19:20 im 3. Satz hatte sie das Match gegen eine sehr starke Inderin offen gehalten und dann doch unglücklich verloren. Und auch im Mixed, an der Seite von Bjarne Geiss, ereilte sie dieses bittere 19:21 – Schicksal im 3. Satz, in diesem Falle gegen eine international renommierte Paarung aus Indonesien.

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Glückliche Sieger und die Bitternis der Niederlagen prägen nun einmal sportlichen Wettkampf und machen ihn gerade deshalb so schön und ansehenswert. All das konnten 500 begeisterte Berliner Badmintonfans, an diesem ersten Tag der Yonex German Junior, hinlänglich genießen. Zufriedenheit auch bei Turniermanager Manfred Kehrberg: „500 Zuschauer, das ist natürlich toll. Das Turnier läuft reibungslos. Ich habe heute schon viele Komplimente entgegengenommen, von Trainern aus verschiedenen Nationen. Sie werden verstehen, dass uns das freut“, schmunzelt Manfred Kehrberg zufrieden, „denn es war ja wieder viel Arbeit“. Und dabei wird es auch in den nächsten Tagen für die Organisatoren vom Berliner Badmintonclub EBT bleiben. So herrscht also im Sportforum Weißensee gute Stimmung, sowohl sportlich als auch aus organisatorischem Blickwinkel. Aller Grund also, für Liebhaber sportlicher Dramatik und Schönheit, in den nächsten Tagen ins Badminton-Mekka nach Weißensee zu pilgern.

Ein Bericht von
Peter Gütte